Konnektoren
Konnektoren mit Blick auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Konnektoren sollten gezielt und sparsam eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Passung: Zu viele oder unpräzise Konnektoren können Texte unnötig verkomplizieren, den <Lesefluss> bremsen oder eine künstliche Logik herstellen.
Definition: Was sind Konnektoren?
Konnektoren sind Wörter wie weil, deshalb, außerdem, jedoch, die Aussagen zueinander in Beziehung setzen. Sie signalisieren unter anderem, ob etwas begründet, ergänzt, eingeschränkt oder zeitlich geordnet wird. Ihre Hauptfunktion liegt nicht im Transportieren neuer Inhalte, sondern in der Herstellung von <Kohäsion>, also dem formalen Zusammenhalt eines Textes. Für die Praxis ist entscheidend, welche Beziehung Konnektoren zwischen Aussagen herstellen, also beispielsweise einen Gegensatz, eine Folge oder eine Wirkung.
- begründend: weil, deshalb, daher
- ergänzend: außerdem, zudem
- einschränkend oder kontrastierend: aber, jedoch, dennoch
- strukturierend oder ordnend: zunächst, anschließend, schließlich
Diese Konnektoren helfen Leser:innen, Argumentationsgänge nachzuvollziehen, Prioritäten zu erkennen und Informationen einzuordnen.
Beispiele:
abgesehen davon, dass
allerdings
also
andernfalls
anders gesagt
angenommen, dass
angenommen
anschließend
anstatt
ausgenommen, dass
außerdem
beispielsweise
dadurch
daher
damit
danach
daneben
darauf
darüber hinaus
das heißt
davon abgesehen, dass
dementsprechend
demgegenüber
demgemäß
des Weiteren
deswegen;
diesbezüglich
einerseits
entsprechend
entweder (…) oder
erstens (…), zweitens
folglich
für den Fall
genauer gesagt
gesetzt den Fall, dass
hierbei
hierdurch
hiermit
im Übrigen
insbesondere
insofern
jedoch
mit anderen Worten
nichtsdestotrotz
obwohl
schlussendlich
sofern
sondern
sowie
sowohl (…) als (auch)
stattdessen
trotzdem
übrigens
vorausgesetzt, dass
während
weil
wenn
wenn (…) auch
wenngleich
wiederum
wobei
wodurch
wohingegen
womit
wonach
woraufhin
zum Beispiel
zumal
Wann werden Konnektoren problematisch?
Konnektoren verbessern Texte nicht automatisch. Ihre Bedeutung entsteht erst im Zusammenspiel mit den verknüpften Aussagen. Wird ein Konnektor unpassend gewählt, kann er falsche logische Beziehungen suggerieren oder Erwartungen enttäuschen. Zudem gilt: Offensichtliche Zusammenhänge müssen nicht explizit markiert werden. Leser:innen sind grundsätzlich in der Lage, einfache Beziehungen selbst zu erschließen.
Grade in der geschriebenen Sprache besteht jedoch häufig die Erwartung, dass Zusammenhänge klar ausgewiesen werden. Konnektoren erfüllen hier eine orientierende Funktion – sie stützen das Verstehen, ersetzen es aber nicht.
Prüffragen für die Textarbeit
- Führt der Text Leser:innen klar von einer Aussage zur nächsten?
- Ist die Beziehung zwischen den Aussagen logisch stimmig?
- Unterstützt der Konnektor das Verständnis oder ist er entbehrlich?
- Könnte ein klarer Satzbau den Zusammenhang auch ohne Konnektor leisten?

