Attribute
In der Pressearbeit stehen <Verständlichkeit>, <Lesefluss> und <Zitierfähigkeit> im Vordergrund. Attribute sollten hier vor allem der Orientierung dienen und nicht der maximalen Verdichtung. Häufig ist es sinnvoller, komplexe Attribute aufzulösen und Zusatzinformationen in eigenständige Sätze oder kurze Nachträge auszulagern.
Definition: Was sind Attribute?
Attribute sind unselbständige Zusätze, die andere Satzteile näher bestimmen. Sie sind immer an ein Bezugswort gebunden, etwa an ein Substantiv, ein Verb oder ein Adjektiv. Dabei liefern sie Zusatzinformationen wie Eigenschaften, Umfang, Zweck oder Herkunft eines Sachverhalts. Da Attribute nicht eigenständig stehen können, sind sie syntaktisch abhängig. Ihre Wirkung entfalten sie ausschließlich im Zusammenhang mit dem Wort, auf das sie sich beziehen. Besonders in fachlichen Texten dienen sie dazu, präzise Bezeichnungen zu schaffen und Unschärfen zu vermeiden. In der Wissenschaftskommunikation sind attributreiche Nominalgruppen daher üblich. Sie tragen zur Genauigkeit bei und ermöglichen eine differenzierte Beschreibung komplexer Sachverhalte. Damit sind Attribute ein wirkungsvolles Mittel zur Präzisierung und Verdichtung.
Beispiele
Die neu entwickelte, umfasend evaluierte und praxisnahe Methode…
Im Rahmen der institutsweiten Nachhaltigkeitsstrategie….
Die Methodik ist neu. Sie wurde umfasend evaluiert und ist praxisnah.
Das Institut verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie. In diesem Rahmen…
Wann werden Attribute problematisch?
Attribute werden dann problematisch, wenn sie häufig oder unklar auf ihr Bezugswort verweisen. Lange Attributketten vor einem Substantiv (mehrere Adjektive oder partizipiale Bestimmungen) können die Kernaussage eines Satzes verdecken. Denn Leser:innen müssen erst mehrere Zusatzinformationen verarbeiten, bevor sie erkennen, worum es eigentlich geht. Hinzu kommt, dass Attribute gelegentlich verdeckte Wertungen transportieren oder Erwartungen erzeugen, ohne diese zu belegen. Auch unklare Bezüge führen dazu, dass nicht eindeutig ist, welches Wort durch das Attribut näher bestimmt wird. Werden Attribute also gehäuft, können sie Texte schwer zugänglich machen und die Kernaussage verdecken.
Prüffragen für die Textarbeit
- Ist das Attribut für das Verständnis notwendig?
- Bezieht sich das Attribut eindeutig auf sein Bezugswort?
- Trägt es zur Präzisierung bei oder überlädt es den Satz?
- Lässt sich die Zusatzinformation in einem kurzen Satz klarer ausdrücken?

