Zielgruppen & Adressatenorientierung

Wer Wissenschaft verständlich machen will, muss wissen, wen er erreichen möchte. Denn dann lassen sich Inhalte, Sprache und Formate so gestalten, dass komplexe Forschung verständlich, relevant und präzise vermittelt wird.

Zielgruppen mit Blick auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Definition: Was ist Zielgruppenorientierung?
Beispiele

Pressemitteilung/
Newsbeitrag auf der Website

Funktion: Informieren und institutionell zuordnen 
Adressat:innen: interessierte Öffentlichkeit, andere Wissenschaftler:innen/Institute, interne Interessierte/Projektbetroffene 
Erwartungen: verständliche Darstellung und Bezug zum Institut 
Typische Merkmale: zentrale Informationen mit Neuheitswert, Einordnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Servicecharakter, Anschlussfähigkeit an weitere Inhalte (z.B. Verlinkung mit Fachbeitrag), geringe Detailtiefe

Social-Media-Beitrag

Fachbeitrag/Projektbericht

Profiltext

Funktion: Institution charakterisieren und Forschungsinteresse darstellen und einordnen (nach innen: Identifikation ermöglichen)
Adressat:innen: Medien, Öffentlichkeit, Partner, Konkurrenz, Fördernde, (nach innen: Institutsmitglieder)
Erwartung: Prägnanz, Klarheit, verständliche Darstellung zentraler Informationen
Typische Merkmale: Kombination aus Fakten und ihrer Einordnung in Verbindung mit Werten und Zielen, inhaltliche und sprachliche Verdichtung/Pointierung

Interne Kommunikation
(Rundmail/Newsletter)

Funktion: Informieren, orientieren und interne Prozesse begleiten 
Adressat:innen: Institutsmitglieder
Erwartungen: Relevanz für den Arbeitskontext, Verständlichkeit, klare Handlungsbezüge
Typische Merkmale: direkte Ansprache, erkennbarer Bezug zum Arbeitsalltag, klar strukturierte Informationen, ggf. gut kontextualisierte Aufforderungen, mittlere Detailtiefe

Projektbeschreibung auf der Website

Funktion: Projekt darstellen und verständlich einordnen 
Adressat:innen: Fachcommunity, Fördernde, Partner, potenziell Interessierte (Medien, Öffentlichkeit)
Erwartungen: Nachvollziehbare Darstellung von Relevanz, Zielen und Inhalten
Typische Merkmale: Strukturierte Darstellung (Ziele, Hypothesen, Methoden, Ergebnisse), Kombination aus Erklärung und Kontext, mittlere Detailtiefe

Wann wird fehlende Zielgruppenorientierung problematisch?

Für jeden Text sollte festgelegt sein, welche Adressatengruppe(n) mit einem Text bzw. einer Textsorte (z. B. Pressemitteilung, Social Media-Post, Projektbeschreibung, Newsletter) erreicht werden soll(en). Alle Merkmale des Textes wie Komplexität der Inhalte, Komplexität der Sätze, Verwendung von Fachbegriffen etc. sollten am möglichen Kenntnisstand der Zielgruppe(n) ausgerichtet sein.

Herausfordernd sind dabei Texte, die verschiedene Zielgruppen gleichzeitig ansprechen sollen („Mehrfachadressierung“).

Schwierig wird eine zielgerichtete Kommunikation außerdem, wenn verschiedene Autor:innen unterschiedliche Zielgruppen und unterschiedliche Interessen im Sinn haben. Sind Wissenschaftler:innen im Schreibprozess involviert (z. B. bei Pressemitteilungen oder Projektbeschreibungen), denken sie oftmals an andere Wissenschaftler:innen als Adressatengruppe, während das Team in der Pressestelle vielleicht eher Journalist:innen anvisiert, die Institutsleitung wiederum ihre Geldgeber etc. Unterschiedliche Vorstellungen und Ziele erschweren Entscheidungen darüber, welche inhaltlichen Schwerpunkte im Text gesetzt werden, was reinmuss und was wegfallen kann und welcher Fachwortgebrauch angemessen ist. Ein guter Text zeichnet sich dadurch aus, dass er einen klaren roten Faden aufweist und stilistisch, grammatisch sowie formal stimmig ist – dies kann nur gewährleistet werden, wenn Autor:innen vorher reflektieren, wer die Zielgruppe(n) sein soll(en).

Prüffragen für die Textarbeit: 
  • Was weiß ich über die Zielgruppe (Vorwissen, Interessen)?

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