Schachtelsätze

Definition: Was sind Schachtelsätze?

Schachtelsätze entstehen, wenn Hauptsätze durch Nebensätze, Einschübe oder Relativkonstruktionen unterbrochen werden. Informationen werden dabei nicht linear präsentiert, sondern ineinander verschachtelt. Die Hauptaussage eines Satzes kann dadurch in den Hintergrund treten oder erst spät erkennbar werden. 

Typisch für Schachtelsätze ist, dass Leser:innen den Satzanfang im Gedächtnis behalten müssen, während zusätzliche Informationen eingeschoben werden, bevor die eigentliche Aussage abgeschlossen ist. 

Beispiele

Schachtelsätze

Das Projekt, das 2024, nachdem die erste Testphase abgeschlossen worden war, ausgeweitet wurde, zeigt erste Erfolge.

Weil die Fördermittel, die im Frühjahr bewilligt wurden, begrenz sind, wird das Programm angepasst.

Aufgelöste Schachtelsätze

Das Projekt wurde 2024 nach der ersten Testphase ausgeweitet. Jetzt zeigt es erste Erfolge.

Die Fördermittel wurden im Frühjahr bewilligt und sind begrenzt. Deshalb passen wir das Programm an.

Wann werden Nominalisierungen problematisch?

Beim Lesen längerer Schachtelsätze steigt die kognitive Belastung. Je länger der Abschluss eines Satzes auf sich warten lässt, desto mehr Informationen müssen zwischengespeichert werden. Wird der lineare Verlauf eines Hauptsatzes durch einen Nebensatz unterbrochen, der selbst eine neue, abgeschlossene Aussage einführt, konkurrieren mehrere Informationen um Aufmerksamkeit. Kurze Einschübe stellen dabei selten ein Problem dar. Schwieriger wird es, wenn Nebensätze ihrerseits weitere Einschübe oder Partizipialkonstruktionen enthalten. In solchen Fällen erschwert nicht der Inhalt das Verstehen, sondern seine syntaktische Organisation. 

Schachtelsätze sind kein grundsätzliches Stilproblem. Jede Aussage verträgt Zusatzinformationen und Verdichtung kann sinnvoll sein. Etwa dort, wo Redundanzen vermieden werden sollen. Problematisch werden Schachtelsätze erst dann, wenn mehrere zentrale Aussagen in einem Satz untergebracht werden und sich gegenseitig Konkurrenz machen. 

Entscheidend ist, ob die Zusatzinformation dazu dient, die Hauptaussage zu stützen oder ob sie eine eigenständige neue Information einführt, die besser in einem eigenen Satz aufgehoben wäre. 

Prüffragen für die Textarbeit
  • Welche Informationen sind neu?
  • Ist die neue Aussage durch den Kontext vorbereitet?
  • Welche Informationen sollten der <Verständlichkeit> zuliebe weggelassen werden oder zu einem eigenen Satz verarbeitet werden? 
  • Steht die wichtigste Information am Anfang des Satzes?
  • Lässt sich der Satz ohne Informationsverlust teilen? 
  • Unterstützen Einschübe die Hauptaussage oder lenken sie davon ab? 

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