Generative Künstliche Intelligenz

Generative KI mit Blick auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

In Pressestellen werden in vielen Fällen Auftragstexte verfasst – teilweise unter Zeitdruck und unter mehr oder weniger strengen Vorgaben. Der Einsatz von generativer KI wie ChatGPT kann beim Texten hilfreich sein, vor allem zur Ideenfindung oder ersten Inspiration, sollte aber sehr bewusst geschehen. Denn die von einer KI generierten Texte sind oftmals gleichförmig und schematisch, gleichzeitig vielfach auch fehlerhaft und halluzinierend.

Definition: Was ist Generative KI?

Künstliche Intelligenz, die in der Lage ist, basierend auf Lerndaten neue Texte, Bilder oder Videos zu erzeugen, wird als generativ bezeichnet. Dabei greift sie auf Trainingsdaten und erlernte Muster zurück, was dazu führt, dass die generierten  Texte wiederum diesen Mustern und Strukturen folgen – sie werden reproduziert.

Hilfreiche Tools

Generative KI kann in verschiedenen Phasen des Textproduktionsprozesses hilfreich sein. Es gibt verschiedene Tools für verschiedene Schreibaufgaben, das heißt wir haben eine funktionale und fachliche Ausdifferenzierung der Tools.

Consensus

Consensus ist auf medizinische/ naturwissenschaftliche Fragestellungen ausgelegt und hat eine gute Zitationslogik. Vor allem Literatur und Autor:innen werden werden hier logisch geclustert.

DeepL

DeepL ist hilfreich, wenn es bei der Übersetzung von englischen Fachtexten ins Deutsche, oder um komplexere Themen geht. Denn das Tool beruht auf sehr guten Sprachmodellen und bietet qualitativ hochwertige Übersetzungen an.

DeepL write

Zur sprachlichen Überarbeitung dient DeepL write. Das Tool hilft bei der Paraphrasierung und kann den Stil des Textes je nach Anforderung variieren. Außerdem führt es eine Rechtschreibprüfung und -korrektur durch.

Elicit

Basierend auf dem Prompt gibt Elicit ein fertiges pdf im Format eines Aufsatzes mit Bibliografie aus. Dieses Tool funktioniert deutlich komplexer und passt sich der wissenschaftlichen Logik an.

Future Tools

Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches Tool für welche Aufgabe am besten geeignet ist, stellen Sie Ihre Anfrage in der Toolbox Future Tools: Hier können Sie die Anforderungen eingeben und bekommen darauf basierende Tool-Vorschläge. 

Jenni

Jenni eignet sich zum Editieren von Manuskripten, zur Stilprüfung, Lektorat und Review-Unterstützung. Dabei ist das Tool speziell für das akademische und wissenschaftliche Schreiben entwickelt.

lumo

Dieser Chatbot ist eine europäische Alternative zu ChatGPT und bietet damit eine hohe Vertraulichkeit. lumo dient zur Unterstützung beim Schreiben und Zusammenfassen von Texten. Dabei ist es vor allem ein Tool für Ideensammlungen und Brainstorming.

NotebookLM

NotebookLM bietet eine gute Möglichkeit, sich einen inhaltlichen Überblick über ein Paper geben zu lassen. Es gliedert Inhalte in einer Mind-Map und erstellt prompt-basiert Podcasts und Erklärvideos. Diese können als Grundlage für die Strukturierung der eigenen Texte dienen.

Paperpal

Dieses Tool hat verschiedene Funktionen. Paperpal hat ein Word-Add-in und begleitet den gesamten Schreibprozess. Dabei ist es an eine wissenschaftliche Logik angepasst. Hochgeladene pdfs können inhaltlich befragt werden.

QuillBot

Zur sprachlichen Überarbeitung dient QuillBot. Dabei kann das Tool den Stil eines Textes je nach Anforderung variieren und eignet sich vor allem zur Paraphrasierung.

Reviewer 3

Dieses Tool hat eine Reviewer-Funktion. Dabei erstellt Reviere 3 drei unterschiedlich, KI-geneirierte Reviews zu einem eigenen Text, die bestimmte Hinweise geben. Wichtig: Die eigenen Daten werden ungeschützt hochgeladen und laufen über US-Server.

Writefull

Writefull dient zur sprachlichen Überarbeitung und hilft insbesondere dabei, Argumentationen zu entwickeln. Das Tool ist auf das akademische und wissenschaftliche Schreiben auf Englisch spezialisiert.

Wann wird der Einsatz von Generativer KI problematisch?

Allen KI-Tools ist gemeinsam, dass sie Textsortenmuster kennen und verschiedene <Textsorten> ganz gut bedienen können, dass sie eine Tendenz zur Redundanz, Oberflächlichkeit und Fehlinformation haben, und dass sie auf online-Texte zurückgreifen und diese reproduzieren. 

Bevor Sie einen Fachaufsatz oder einen anderen wissenschaftlichen Text in eine KI hochladen, sollten Sie die rechtlichen Aspekte bedenken: Laden Sie keine Texte (bzw. sensible Textteile) hoch, die noch nicht veröffentlicht sind; laden Sie keine persönlichen Daten von sich und anderen hoch; laden Sie keine Texte hoch, die sich hinter Paywalls befinden, die also zahlungspflichtig sind. Denken Sie daran, dass die meisten KI-Server in den USA sitzen, also weit entspannteren Datenschutzrichtlinien unterliegen als die in Deutschland sitzenden Server. 

Die KI kann Sie inspirieren, Korrekturen vornehmen oder alternative Formulierungen vorschlagen – vor allem dann, wenn Ihnen keine menschliche Intelligenz zum Austausch über die Texte zur Verfügung steht. Überlassen Sie der KI keine Schreibaufgaben, die Sie selbst gut können und die Ihnen Spaß machen. Denn: Sie als Autor oder Autorin haben die Verantwortung für das Textprodukt! Machen Sie sich bewusst, dass die Verantwortung für einen Text nicht an die generative KI abgegeben werden kann. 

Und: Ein Prompt benötigt zehn Mal mehr Strom als eine Google-Suche – das Selbst-Denken benötigt im schlimmsten Fall Kaffee und Schokolade, wird aber mit einem größeren Zufriedenheitsgefühl belohnt.

Prüffragen für die Textarbeit

  • Wofür genau benötige ich die KI und kann/möchte ich die Aufgabe lieber selbst übernehmen?
  • Brauche ich länger, um einen sinnvollen, funktionierenden Prompt zu formulieren, damit mir die Generative KI einen guten Text erstellt, oder bin ich schneller, wenn ich den Text selbst verfasse?