Zitate
Zitate können Aussagen belegen, aber auch erläutern, veranschaulichen oder bewerten. Dadurch können sie Pressemitteilungen auflockern. Entscheidend ist ihre Funktion: Ein wirkungsvolles Zitat ergänzt die Nachricht, statt sie zu wiederholen.
Zitate mit Blick auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zitate gehören zu den typischen Elementen von Pressemitteilungen. Sie machen Texte lebendiger, geben Aussagen ein Gesicht und können zentrale Einschätzungen oder Bewertungen sichtbar machen. Während der Fließtext vor allem Fakten vermittelt, ermöglichen Zitate eine personalisierte Perspektive auf ein Thema.
In der Wissenschaftskommunikation verbinden Zitate von Wissenschaftler:innen sachliche Informationen oft mit einer fachlichen Einordnung. Ein Zitat kann beispielsweise erklären, warum ein Ergebnis relevant ist oder welche Bedeutung ein Projekt hat. Dadurch wird über einen Sachverhalt nicht nur berichtet, sondern dieser auch interpretiert.
Wichtig ist dabei: Ein Zitat erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn es einen inhaltlichen Mehrwert bietet. Ein Zitat sollte also nicht wiederholen, was bereits im Text steht, sondern eine zusätzliche Perspektive eröffnen.
Definition: Redewiedergabe und ihre Funktion im Text
Zitate sind eine Form der Redewiedergabe. Dabei wird die mündliche Äußerung einer Person in einen schriftlichen Text eingebettet. Diese Einbettung erfüllt mehrere Funktionen: Zum einen macht Redewiedergabe sichtbar, wer eine Aussage trifft. Damit können Aussagen einer Person oder Institution zugeordnet werden. Zum anderen kann ein Zitat helfen, einen Sachverhalt aus einer ergänzenden Perspektive zu bewerten oder zu veranschaulichen. Dadurch wird ein Text mehrstimmig und lebendig. Ein Zitat weist also immer eine doppelte Struktur und Perspektive auf: Es gibt eine ursprüngliche Äußerung und eine Funktion, die diese Äußerung in einem neuen Text erfüllt. Autor:innen entscheiden also bewusst, welche Aussagen sie zitieren und welche Rolle sie im Text spielen sollen.
Zitate werden meist durch sogenannte „Verben des Sagens und Meinens“ eingeführt. Dazu gehören neutrale Formen wie sagen oder erklären. Diese Verben ordnen eine Aussage einer Person zu, ohne deren Inhalt zusätzlich zu bewerten. Andere Verben transportieren dagegen bereits eine Interpretation: Verben wie betonen, unterstreichen, kritisieren, warnen oder (etwas) begrüßen geben dem Zitat eine bestimmte Lesart vor. Sie können sinnvoll sein, wenn eine Bewertung tatsächlich beabsichtigt ist, sollten aber bewusst eingesetzt werden – und nicht nur zum Zweck der Abwechslung. Alternativ lassen sich Zitate auch mit Formulierungen einführen, die die Aussage klar einer Quelle zuordnen: nach Angaben von…, nach den Worten von…, wie… erklärt.
Neben direkten Zitaten kann auch indirekte Redewiedergabe genutzt werden. Dabei wird eine Aussage sinngemäß wiedergegeben. Die indirekte Redewiedergabe eignet sich besonders, um längere Aussagen zusammenzufassen oder stärker in den Lesefluss einzubinden, z. B. Die Projektleitung erklärt, dass die Ergebnisse wichtige Hinweise für die Stadtplanung liefern. Indirekte Rede steht im Deutschen regulär im Konjunktiv, um deutlich zu machen, wann eine fremde Stimme spricht: Er betont, dass dies ein wichtiges Ergebnis sei. Zu prüfen ist also auch, ob man sich Äußerungen zu eigen machen will (und darf), oder ob eine solche Form der Distanzierung angemessener ist.
Hinweise für die Textarbeit
- Zitate sind kein Einstieg: Die zentrale Nachricht gehört an den Anfang (z. B. der Pressemitteilung). Zitate eignen sich besser zur Einordnung oder Kommentierung im weiteren Verlauf.
- Zitate sollten prägnant sein: Sehr lange Zitate erschweren die Lesbarkeit und werden in Redaktionen häufig gekürzt. Inhaltlich sollten sie eine Ergänzung, keine Wiederholung darstellen.
- Zitate sollten eine klare Funktion haben: Das Zitat kann den Text beispielsweise ergänzen, erklären oder das Ergebnis bewerten.
- Zitate müssen eindeutig zugeordnet sein: Da Zitate Bewertungen enthalten können, müssen sie immer einer Person oder Institution, der oder die dann als Bürge für das Gesagte auftritt, zugeordnet werden.
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